Dr. Jonida Xhyra-Entorf: Übersetzen, Dolmetschen und Sprachunterricht

Die albanische Sprache


Verbreitung der albanischen Sprache

Die albanische Sprache, in der Landessprache als "shqip" bezeichnet, gehört zu der indoeuropäischen Sprachfamilie, in der sie einen eigenständigen Sprachzweig bildet. Sie ist somit mit keiner anderen Sprache näher verwandt.

Das Albanische wird heutzutage von ungefähr sechs Millionen Menschen gesprochen. Zum Verbreitungsgebiet gehören neben der Republik Albanien auch der Kosova, der Westen und Nordwesten der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, der Südwesten Serbiens, der südöstlichen Teil Montenegros sowie die Region Çamëria im Nordwesten Griechenlands.

Zusätzlich wird Albanisch noch in den während der spätbyzantinischen und osmanischen Zeit entstandenen Ansiedlungen in Griechenland und Süd-Italien gesprochen. Es sollte erwähnt werden, dass die dort gesprochene albanische Sprache archaisch ist und im Laufe der Zeit stark vom Griechischen bzw. Italienischen beeinflusst wurde.

Das Albanische unterteilt sich in die zwei Dialektgruppen des Gegischen und des Toskischen. Die geografische Grenze der beiden Dialekte bildet der Fluss Shkumbin in Mittelalbanien. Nördlich davon, also in Nordalbanien, Mazedonien, Montenegro und im Kosova wird gegisch gesprochen, während südlich des Shkumbin sowie in Griechenland und Süd-Italien toskisch gesprochen wird. Die beiden Hauptdialekte unterscheiden sich sowohl phonologisch als auch lexikalisch voneinander und schließen ihrerseits mehrere Varianten in sich ein.

Die Vereinheitlichung der albanischen Sprache wurde auf dem 1972 einberufenen Orthographie-Kongress beschlossen. Sie stellt einen Dialektkompromiss dar und ist bis heute gültig. In Phonetik und Grammatik enthält die albanische Einheitssprache fast ausschließlich Elemente des Nordtoskischen, weist jedoch auf dem Gebiet der Lexik und des Wortschatzes zahlreiche gegische Elemente auf.